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Wo die Dukaten bleiben eine verschwundene DSA-Spielhilfe von Ulrich Kiesow
(verstorben 1997)
Zu den Fragen, die der DSA-Redaktion am häufigsten gestellt werden, zählt vor allem die folgende: Mein Held will sich ein Haus bauen (eine Burg kaufen, ein Schiff konstruieren lassen, eine Stadt gründen). - Was kostet das?" So lobenswert es erscheinen mag, dass die Helden sich niederlassen und ein gesittetes Leben beginnen wollen, uns, der DSA-Redaktion, hat diese Entwicklung einen leichten Schrecken eingejagt, denn wir müssen aus derlei Bestrebungen einen Schluss ziehen: Die jungen Helden sind müde und satt - sie haben offensichtlich zu viele Dukaten eingeheimst. Diese unheimliche Ansammlung von Reichtümern rührt zumeist daher, dass die Helden zwar jeden Dukaten registrieren, den sie in einem Abenteuer erbeuten, zugleich aber großzügig über alle notwendigen Ausgaben hinweggehen: Zwischen den Abenteuern zahlen sie keine Miete, sie essen und trinken nichts, setzen Kleidung und Waffen nicht instand, lassen ihre Lehr- und Waffenmeister leer ausgehen, ja, kaufen nichteinmal Futter für ihre Pferde und Hunde. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass sie niemals ihren Göttern opfern, aber trotzdem unverdrossen auf himmlischen Beistand in allen Lagen hoffen. |
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Das folgende Kapitel soll einen Einblick in die Lebenserhaltungskosten
geben und so dem Meister helfen, das Vermögen der Helden auf ein
realistisches Maß zurechtzustutzen. Zuvor aber wollen wir kurz darauf
hinweisen, dass ein Abenteurer eigentlich niemals zu viele Dukaten
besitzen kann, wenn er rollengerecht gespielt wird. Es gibt viele erfahrene Rollenspieler, die ihren Helden ganz bewusst
immer wieder verarmen lassen. So bringen sie sich selbst in eine gewisse
Abhängigkeit vom Spielleiter. Dieser wiederum wird es seiner Runde
danken, wenn er weiß, wie leicht die notorisch abgebrannten Helden
zu einem neuen Abenteuer zu motivieren sind. Da braucht nur mal ein Krämer
mit ein paar Dukaten zu klimpern, und schon stehen die Burschen und Mädels
sprungbereit. Nun aber zu den versprochenen Lebenserhaltungskosten. Diese Kosten
gelten für alle Helden - auch für die oben beschriebenen verschwenderischen
Gesellen. Einen solchen Abenteurer können die Lebenserhaltungskosten
leicht in Schulden treiben - aber einen Abenteurer mit Schulden halten
wir immer noch für echter als einen Helden mit einem dicken Sparstrumpf
unter dem Kopfkissen. Wie teuer kostet der Preis? (K. Valentin, der zerstreute Barde) Das folgende Kapitel soll einen Überblick über jene laufenden Kosten vermitteln, die dem Helden vor allem in den Ruhepausen zwischen den Abenteuern entstehen. Bitte bedenken sie, dass alle unsere Angaben - sowohl zu den allgemeinen Kosten als auch in der Preistabelle für Waren und Waffen - immer nur ungefähre Richtwerte sein können. Verfügbarkeit und Preis einer Ware hängen oft von der Nähe zu einem Seehafen ab; ein Fuder Heu kostet direkt beim Bauern weniger als auf dem Heumarkt in der Stadt, weil die halbe Tagesreise für den Transporter entfällt usw. Kaum ein Händler wird sich scheuen, den Preis für eine Ware zu verdoppeln, wenn er das Gefühl hat, dass sie vom Kunden dringend benötigt wird. Kurz und gut: Die endgültige Entscheidung über einen Preis trifft immer der Meister; die Spieler haben nicht das Recht, sich auf Werte in der Liste zu berufen. Trotzdem ist es gut, wenn sie sie kennen; dann wissen sie immerhin, ob sie ein gutes oder ein schlechtes Geschäft gemacht haben.
Ein Bettler benötigt im Monat 10-15 Silbertaler, um am Leben zu
bleiben; dabei leidet er unter Mangelerkrankungen und kann sich nur in
elende Lumpen kleiden. Als Wohnung kommt allenfalls ein Brückenbogen
oder ein leerstehender Schafstall in Frage. Lebenserhaltung: 65-230 Silbertaler Jeder Spieler muss selbst entscheiden, welche kosten zu seinem
Helden passen; wir halten einen Krieger der 10.Stufe, der auf dem Kostenminimum
dahinknausert, nicht für eine sehr glaubwürdige
Figur. Opfergaben: Aventuriens Götter sind mächtig, eifersüchtig und wenig
großzügig. Wenn ein Held in Frieden mit dem von ihm verehrten
Gott leben will, sollte er mindestens 10% von allen Einnahmen opfern.
Damit erreicht der Held - wohlgemerkt! - nur, dass ihn sein Gott nicht
mit seinem Zorn verfolgt und ihm hin und wieder (in Gestalt der Meisters)
ein Bein stellt. Opfergaben: 10% - 90% der Einnahmen
Auch die weltlichen Mächte beanspruchen ihren Teil von den Einnahmen
der Helden. Steuern: 25% der Einnahmen
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